Fortbildung Fernlehrgang Baubiologie IBN

Fernlehrgang-Baubiologie-IBN

“Nachhaltig bauen – gesund wohnen – bewusst leben” spricht sie an?

Während des Studiums oder der Ausbildung lernen wir was technisch möglich ist. Aber was ist menschlich wirklich sinnvoll? Wie kann mit nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig und umweltbewusst gebaut werden? Was zeichnet ein wohngesundes Haus aus? Diese Thematiken stellt die Baubiologie in den Vordergrund. Der Fernlehrgang Baubiologie IBN vermittelt Ihnen das notwendige Wissen.

“Wenn das Haus nicht dem Menschen, seinem Leib, seiner Seele, seinem Geist dient, wozu es dann bauen?”
Hugo Kükelhaus, Schreiner und Bauphilosoph

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Für wen ist der Fernlehrgang interessant?

  • Baufachleute wie Architekten, Ingenieure, Handwerker, Techniker
  • Mitarbeiter von Baufirmen, Baustoffanbietern, Gesundheitszentren, Baubehörden, Architekten und Handwerkskammern
  • Heilberufe wie (Umwelt-/Arbeits-)Mediziner, Heilpraktiker
  • Wissenschaftler wie Biologen, Ökologen, Physiker, Chemiker
  • Studenten/Schüler, auch aus Meister- oder Technikerschulen
  • Bauherren und -frauen, die beim Bau ihres Eigenheims alles richtig machen wollen
  • Auch für Quereinsteiger ist die Teilnahme möglich. Bitte lassen Sie sich beraten!

Baubiologie in der Praxis

Mögliche Aufgabengebiete

  • Gründung einer Baubiologischen Beratungsstelle IBN *
  • Beratung privater, öffentlicher und gewerblicher Bauherren bzw. von Unternehmen und Firmen (z.B. Baufirmen, Baustoffhersteller, Handwerker …)
  • Bauplanung, -ausführung und -sanierung baubiologisch, ökologisch und energiesparend – ggf. auch als begleitende Dienstleistung
  • Messtechnische Untersuchungen u.a. zu Luftschadstoffen, Schimmel und Elektrosmog an Schlafplätzen, Arbeitsplätzen und auf Grundstücken einschl. der fachlichen Betreuung notwendiger Ausführungs- und Sanierungsarbeiten *
  • Baubiologische Gebäude-Energieberatung (Vor-Ort-Energieberatung, Energieausweise, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fördermittel beantragen …) *
  • Baubiologische Raumgestaltung (Farben, Formen, Proportionen, Materialien …) *
  • Handwerkerleistungen nach baubiologischen Kriterien
  • Vertrieb und/oder Herstellung von Baustoffen, Bauteilen, Installationen, Einrichtungen
  • Ganzheitliche Beratung/Betreuung von Patienten sowie Zusammenarbeit mit Medizinern
  • Baubiologisch orientierte Maklertätigkeit für Immobilien
  • Öffentlichkeitsarbeit (Fachartikel, Vorträge, Online-Medien …)
  • Durchführung von (praxisnahen) Seminaren und Kursen

* Hierzu werden zusätzliche Weiterbildungsseminare und Praxiskurse angeboten.

Um Ihnen die Baubiologie in der Praxis näher zu bringen, möchten wir Ihnen drei Baubiologen vorstellen:
Der Architekt als Baubiologe

“Wenn das Haus nicht dem Menschen, seinem Leib, seiner Seele, seinem Geist dient, wozu es dann bauen?”
Hugo Kükelhaus, Schreiner und Bauphilosoph

Mein Weg zur Baubiologie war ein langer. Heute ist sie meine Berufung!

Ausgebildet wurde ich zum klassischen Architekten an der Fachhochschule in Nürnberg. Uns wurde gelehrt, was technisch möglich ist, aber nie was menschlich sinnvoll ist. Im Mittelpunkt stand zwar der Nutzer, aber nicht der Mensch. Nicht umsonst sieht man in Hochglanz-Architekturmagazinen selten Menschen, sondern meist nur Gebäude.

Schon während des Studiums habe ich mich viel mit Holzbau beschäftigt und meine Diplomarbeit, eine Kindertagesstätte, in Holzbauweise geplant. Mein ursprüngliches Ziel war, tolle Gebäude zu planen und ein berühmter Architekt zu werden, ganz so, wie es uns an der Hochschule gelehrt worden war. Deshalb war ich nach dem Studium auch ein Jahr in Chicago, habe dort am Illinois Institute of Technology, an der Mies van der Rohe Universität studiert und dann für den Hochhausspezialisten Helmut Jahn gearbeitet. Zurück in Deutschland arbeitete ich für verschiedene Architekten und habe mich in Richtung Brandschutz spezialisiert.

1998 kam ich mit der Geburt unseres ersten Kindes an meine persönlich wichtigste Weggabelung. Als Familie, dies stelle ich auch heute in meiner täglichen Arbeit fest, wird mit der Geburt der eigenen Kinder nochmals über viele Lebensbereiche reflektiert. Da tauchen die Fragen des Impfens, der Ernährung, der Kleidung und natürlich des Wohnens auf. Wir errichteten damals unser eigenes Holzhaus. Hier habe ich mich erstmals wirklich mit wohngesunden Baustoffen auseinander gesetzt. In dieser Zeit lernte ich meinen heutigen Geschäftspartner, Dirk Dittmar kennen, der gerade die Ausbildung zum Baubiologen IBN absolvierte. Er entfachte in mir das Feuer für die Baubiologie, sodass auch ich mich für diese Ausbildung anmeldete. In der Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten, den Dozenten und den anderen Lernenden wurde mir schnell klar, dass alle Fragestellungen, mit denen ich mich oft schon seit Jahren beschäftigte, hier eine Antwort finden würden. 2004 schloss ich den Fernlehrgang ab und eröffnete 2007 meine Baubiologische Beratungsstelle IBN. Nachdem ich schon seit 2000 eng mit Dirk Dittmar zusammen gearbeitet hatte, wir uns räumlich sehr nah waren und uns gegenseitig sehr gut ergänzten, war es für uns logisch und konsequent, 2008 gemeinsam die “natürlich baubiologisch GmbH” zu gründen. Mit ihr begleiten wir heute unsere Baufamilien auf dem Weg zum gesunden Lebensraum. Der eingangs genannte Spruch von Hugo Kükelhaus ist dabei unser Leitspruch. Zeitgleich entschieden wir uns, unser Firmengebäude zu bauen, um den Menschen zu zeigen wie baubiologisches Wohnen geht. Heute arbeiten wir so, wie unsere Baufamilien wohnen. Wir beschäftigen eine angestellte und eine freie Mitarbeiterin im Büro.

Wir realisieren etwa zehn wohngesunde Häuser im Jahr und betreuen einige Sanierungen. In unserer täglichen Arbeit orientieren wir uns an den 25 Grundregeln der Baubiologie und haben uns anfangs auf die Bereiche Baustoffe und Raumklima spezialisiert. Wir haben auch schnell realisiert, dass wir die Themen Umwelt und Energie selber beraten wollen. Deshalb haben wir uns beim IBN auch zu Baubiologischen Gebäude-Energieberatern IBN ausbilden lassen. Der Schwerpunkt dieser Ausbildung lag auf der klassischen Energieberatung, wie dies die Energieeinsparverordnung fordert, ergänzt durch baubiologisch wichtige Impulse. Zwischenzeitlich habe ich die Seminarleitung für die IBN-Weiterbildungsseminare “Baubiologie + Energie” übernommen. Ich bin der Überzeugung, dass dieses Thema zu wichtig ist, um es den klassischen Energieberatern zu überlassen.

Auf unserer Internetseite www.natuerlich-baubiologisch.de bieten wir alle Leistungen der Baubiologie an. Natürlich ist das Spektrum der Baubiologie heute so groß, dass man dies nicht mehr alles selbst abdecken kann, wenn man immer auf dem neuesten Wissenstand sein will. Für manche baubiologische Themen haben wir uns deshalb Netzwerkpartner gesucht, die zu uns passen. Heute können wir alle Bauleistungen von Handwerkern erbringen lassen, die unserem baubiologisch konsequenten Weg gefolgt sind, oder schon vorher die gleiche Konsequenz an den Tag gelegt hatten, wie wir selber. Schließlich wollen wir sicher sein, dass die von uns empfohlenen Handwerker hinter unserem Rücken nicht doch die Bauschaumdose auspacken. Außerdem bedienen wir uns dem Wissen einiger Ingenieure, die als Baubiologische Messtechniker IBN u.a. den Bereich der Strahlen und Felder viel besser bearbeiten können als wir selber.

Seit Anfang unserer Selbstständigkeit werden wir häufig mit der Frage konfrontiert, wie viel teurer denn baubiologisches Bauen ist. Unsere Antwort lautet: “Baubiologisches Bauen ist nicht teurer, sondern besser”. Zuallererst begeistern wir unsere Baufamilien für unsere Ideen und entfachen das “baubiologische Feuer”. Dann ergründen wir deren Wünsche und ermitteln daraus die optimale “baubiologische Bausumme”. Wenn in der Kostenschätzung die Kosten höher sind, als das Budget, hinterfragen wir alles, bis wir eine finanzierbare Lösung gefunden haben. So kann man Wünsche reduzieren, die Größe des Hauses verringern oder einfachere Lösungen suchen. Nachdem wir uns auch in Finanzierungsfragen haben schulen lassen, können wir heute sehr präzise das Gesamtbudget unserer Baufamilien einhalten. Bei der nun folgenden Planung erörtern wir auch alle baubiologischen Fragestellungen mit den Baufamilien. Am Ende der Planungsphase überprüfen wir die Kosten und der Realisierung eines wohngesunden Lebensraums steht nichts mehr im Wege.

Für diese ehrliche Leistung lassen wir uns ein faires Honorar bezahlen. Zu oft haben wir Baubiologen erlebt, die als Wohltäter unterwegs sind und dabei Ihr eigenes Leben vernachlässigen.

In Zukunft würde ich gerne mehrgeschossige Häuser mit Familien und Genossenschaften entwickeln. Auf der anderen Seite haben wir unglaublich viel Wissen angesammelt, das wir weiter geben möchten. Ich habe mich mittlerweile an der Hochschule Nürnberg beworben, um dort Studenten baubiologisches Wissen zu vermitteln.

Was unsere Baufamilien heute an uns schätzen, ist die Konsequenz, mit der wir planen, bauen und leben und dabei immer auf dem baubiologischen Weg bleiben. Wir haben auch gelernt, dass man nicht ein bisschen dies und ein bisschen das machen kann, sondern dass es besser ist herauszufinden, was man am besten kann und dies dann konsequent verfolgt. Ich gehe davon aus, dass dies unseren Erfolg ausmacht. Zudem steigert dies unsere Zufriedenheit, weil wir immer das machen, was am meisten Spaß macht.

 

Autor: Ulrich Bauer, Architekt, Gebäude-Energieberater IBN, Sachverständiger für den vorbeugenden Brandschutz, natürlich-baubio-logisch GmbH, 90530 Wendelstein,
www.natuerlich-baubiologisch.de

Der baubiologische Unternehmer

Herr Doser ist Maurer- und Zimmermeister, Bautechniker und Baubiologe. Er ist Gründer der Firmen “Doser Holzbau Zimmerei eK” (Zimmerei – Holzbau – Naturbaustoffhandel – Baubiologische Beratung – Planung – Seminare und Schulungen) sowie “DHD Doser Holzfaser-Dämmsysteme GmbH” (Entwicklung und Vertrieb von Schall- und Wärmedämmsystemen aus Holzfasern).

Schon beim Studium des Fernlehrgang Baubiologie IBN 1983 erlebte ich immer wieder den Aha-Effekt. Hier erfuhr ich in vielen Bereichen die Hintergrunderklärungen für Praktiken, die ich schon lange instinktiv richtig so gedacht oder ausgeführt hatte. Da diese instinktiven Gefühle für die Richtigkeit der baubiologischen Bauweise auch bei den meisten Kunden zu registrieren waren, brauchte ich nur noch den Beweis liefern, dass dies auch funktioniert.

Bei meinem ersten Auftrag nach baubiologischen Kriterien stieß ich gleich auf mehrere Probleme, die sich heute sicher nicht mehr so stellen:

Problem 1:
Der Architekt weigerte sich, die Planung entsprechend den Vorgaben zu erstellen, weil dies angeblich nicht den Regeln der Baukunst entsprach. Als Folge entstand mein Planungsbüro.

Problem 2:
Die Handwerker redeten auf die Bauherrschaft ein und beschworen sie, keinen solchen “Blödsinn” zu bauen. Hierdurch entstand meine Holzbaufirma. Einige Handwerksfirmen, die der Baubiologie wenigstens nicht abgeneigt waren, konnten als Partner gewonnen werden. Diese Firmen sind heute sehr angesehen!

Problem 3:
Die ausgesuchten Baustoffe waren im konventionellen Baustoffhandel nicht erhältlich. Ich bezog diese direkt vom Hersteller in größeren Mengen. Die Reste legte ich auf Lager. Somit war mein Naturbaustoffhandel gegründet. Da die Kunden auch noch Naturfarben und Putzmittel benötigten, die nirgends erhältlich waren, richtete ich zudem noch ein biologisches Fachgeschäft ein. Hier wird seitdem ein breites Sortiment baubiologisch empfehlenswerter Produkte angeboten.

Ein weiteres großes Problem trat erst später auf, als ich eigene Dämm- und Verputzsysteme aus reinen Naturmaterialien entwickelte. Nachdem die unzähligen Hürden der Patentierung, Materialprüfungen und Zulassungen überwunden waren, hatte ich große Mühe, die Dämmelemente in der von mir geforderten Qualität und Maßgenauigkeit herstellen zu lassen. Als die Produktionsanlage meines Lieferanten abbrannte, habe ich kurz entschlossen die Produktion der Dämmelemente zu mir nach Pfronten verlegt. Die Rohware wird nach meinen Qualitätsmerkmalen hergestellt und das Endprodukt wird nun viel genauer verarbeitet, als die DIN es vorschreibt. So bin ich auch noch Baustoffhersteller und Systementwickler geworden.

Was beim ersten Hausbau 1984 noch durch theoretisches Wissen und Überzeugungsarbeit vorgelegt wurde, konnte von Jahr zu Jahr durch mehr praktische Erfahrung und Referenzen ersetzt werden. Die Firma “Doser Holzbau Zimmerei eK” hat sich seit der Gründung 1984 voll dem baubiologischen Bauen verschrieben. Kompromisslösungen wurden nur geduldet, wenn keine gesundheitliche Gefahr davon ausging. Die 1998 gegründete Firma “DHD Doser Holzfaser-Dämmsysteme GmbH” entwickelt Wärme- und Schalldämmungen sowie Verputzsysteme konsequent aus Naturbaustoffen, stellt diese her und vertreibt sie über den Fachhandel.

Gerade diese Konsequenz wird von vielen Kunden sehr geschätzt. Sie fühlen sich geborgen und kommen zu mir, wenn sie in Not sind, weil sogenannte Bauexperten ihre Expertisen anbieten und diese als einzig richtige Möglichkeit verkaufen wollen. In diesen Fällen ist absolute Souveränität gefragt. Wenn man als Außenseiter konventionelle Praktiken und Baustoffe anzweifelt, sollte man nicht nur bessere Argumente, sondern auch bessere Fachkenntnisse aufweisen können.

Bei allen Vorteilen, die baubiologisch wertvolle Baustoffe bieten, muss immer die technische Richtigkeit bei deren Anwendung gewährleistet werden. Die anerkannten Regeln der Baukunst sollten dabei richtig angewandt werden. Wir müssen das Bauen nicht neu erfinden, sondern nur positive Erfahrungen weiter ausbauen!

Die Vielfalt der Dienstleistungen und Angebote hat allerdings zur Folge, dass die Gesamtverantwortung dementsprechend groß wird. Unser Angebot geht von der ersten Beratung über die Planung, Bauleitung, Materiallieferung, Ausführung der Holzarbeiten, Überwachung der anderen Handwerker bis hin zu physikalischen Berechnungen, Standortuntersuchungen, Herstellung von Baustoffen sowie Entwicklung und Erprobung von Bausystemen. Die erforderliche Sicherheit für diese Verantwortung kann nicht allein auf theoretischem Wissen und technischen Angaben von Baustoffherstellern oder Instituten beruhen. Hierzu sind viele Eigenversuche und praktische Tests nötig. Bis jetzt war auch jeder Bauherr bereit, in gewissem Rahmen neue Techniken oder Materialien einzusetzen, wenn ich mich dafür verbürgt habe. Zugegeben, es ist auch schon mal etwas schief gegangen, aber nie so, dass irreparable Schäden entstanden.

Es ist wichtig, dass die Ergebnisse dieser Versuche oder besonders Schadensanalysen aus Misserfolgen schnell an die Fachwelt weitergegeben werden. Dies war früher selbstverständlich, da die ganze Bio-Öko-Szene wie eine Familie war, in der man sich gegenseitig kannte und schätzte. Seitdem aber viele konventionelle Hersteller ihre oft zweifelhaften Bioprodukte anbieten und zudem einige Trittbrettfahrer, die von den Pionieren teuer erarbeiteten Eignungsnachweise ausnutzen, um ihre Billig-Ware abzusetzen, ist dies nicht mehr realisierbar.

Die Zusammenarbeit mit konventionell denkenden Architekten und Handwerkern ist außerdem im Allgemeinen sehr problematisch. Diese sehen ihre Fachkompetenz in Frage gestellt, wenn der Baubiologe mit wenigen Worten sehr einfache logische Konstruktionsvorschläge vorbringt, die ihre, von verschiedenen Superbaustoff-Herstellern hochgemotzten Fachkenntnisse in Frage stellen.

Dies darf uns aber nicht entmutigen, unseren zweifelsohne richtigen Weg zu gehen. Es ist nicht leicht, gegen einen starken Wind aus Vorurteilen, Unverständnis und Ignoranz zu laufen, aber was hilft’s, wenn dies die Richtung zum abgesteckten Ziel ist.

“Soll ich mich nur des Windes wegen vom Ziel entfernen? Nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen den Kurs!”

Autor: Reinhard Doser, Firmengründer von “Doser Holzbau Zimmer eK” (www.zimmerei-doser.de) und “DHD Doser Holzfaser-Dämmsysteme GmbH” (www.doser-dhd.de), 87459 Pfronten

Der baubiologische Ingenieur

Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins. Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr.), röm. Philosoph und Dichter

Baubiologie, Bauökologie und Holz sind mit meinem Lebensweg fest verbunden und somit zur Berufung geworden. Natürlich hat es einige Zeit gedauert, bis ich die innere Stimme hörte und, geprägt vom eigenen Erleben, zu gestalten begann. Ich komme aus einer Familie, die seit Generationen mit Holz handelt und es bearbeitet.

Vom Gründer des Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN, Prof. Anton Schneider, hörte ich zum ersten Mal vom gesunden Bauen und Wohnen und konnte während meines Studiums an der Fachhochschule Rosenheim in Vorlesungen und praktischen Übungen z.B. beim Bodenlegen im früheren IBN-Gebäude in Neubeuern erste Erfahrungen sammeln. Das schuf eine gute Grundlage für meine Diplomarbeit mit dem Thema “Soda- und Holzaschenlauge als alternative Holzschutzmittel”. Mit viel Idealismus und ganzem Einsatz ging es hinaus in die Berufswelt, in der es für mich zunächst nicht möglich war, meine baubiologischen Ansätze umzusetzen, da es kaum eine Lobby dafür gab.

Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden. Friedrich von Schiller (1759-1805)

Wie das Leben so spielt, führte mich mein Beruf als Holzingenieur nach Süd-Ost-Asien, wo die Holzindustrie boomte. Ich entwickelte dort u.a. zusammen mit einem Neuseeländer einen speziellen Ofen, um für die vielen Holzreste, welche dort offen verbrannt wurden, innerhalb von 1 bis 2 Tagen hochwertige Holzkohle herzustellen. Obwohl der traditionelle Prozess der Holzkohlenherstellung 3 bis 4 Wochen dauerte und die Umwelt erheblich belastete, wurde dieser Holzkohle-Produktionsofen kaum verkauft. Leider wollte sich zur damaligen Zeit in Süd-Ost-Asien kaum jemand mit Abfällen beschäftigen. Nach 9 Jahren in Süd-Ost-Asien hatte meine Tätigkeit nicht mehr viel mit Ökologie zu tun. Ich fühlte mich dort auf weiter Flur allein, mir fehlten Gespräche und Aktionen mit Gleichgesinnten. In dieser Sinnkrise wurde mir klar, wie wichtig es ist, in Netzwerken, Organisation oder Verbänden mitzuarbeiten bzw. sie mit zu gestalten, um beispielsweise ökologisch sinnvolle Erneuerungen durchzusetzen. So kehrte ich nach Deutschland zurück und brachte mein Wissen auf den neusten Stand, unter anderem durch den Fernlehrgang Baubiologie IBN.

Vielleicht wird der Mensch, wenn er seine Umwelt erneuert hat, endlich umkehren und anfangen, sich selbst zu erneuern. Will Durant (1885-1981), amerik. Kunsthistoriker u. Philosoph

Wieder in Deutschland, machte ich einen wichtigen Schritt hin zu mir selbst und bewarb mich bei der “Katalyse – Institut für angewandte Umweltforschung” (www.katalyse.de). Dort habe ich den Bereich Bauökologie erfolgreich geleitet.

Es war mir immer ein Anliegen, die Kräfte für die Bauökologie zu bündeln und Multiplikatoren zu begeistern. Über viele Kontakte ist es gelungen, den Fachhandel, die Forschungsinstitute und Umweltverbände an einen Tisch zu bringen, den Dialog zwischen den einzelnen Interessensgruppen ins Rollen zu bringen und so u.a. mitzuhelfen, den Grundstein für einige baubiologisch/ökologisch orientierte Institutionen zu legen (Arbeitskreis ökologischer Holzbau AKÖH, Arbeitsgemeinschaft kontrolliert deklarierter Rohstoffe e. V. Arge kdR, ECOHB, Natureplus, Ökobau Rheinland, Zentrum für Kooperatives Lernen und Bauen u.a.). Durch die internationalen Kontakte bin ich als einziger Vertreter der Umweltverbände in der „EU Kommission für Bauschuttnormen“ aktiv gewesen und habe mich dort für nachhaltige Konzepte eingesetzt. Im Jahr 1994 gründete ich mein eigenes “Ingenieurbüro für Bauökologie”. Damit ist der Anspruch verbunden, mich ausschließlich mit gesunden Materialien, bauphysikalisch sinnvollen Konstruktionen und ökologische Gebäuden zu beschäftigen.

Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umwelt – die Umwelt ist das Produkt des Menschen. Benjamin Disraeli (1804-1881), brit. Politiker u. Schriftsteller

Daraus entwickelte sich meine Doktorarbeit “Das globalrecyclingfähige Haus” oder wie ein Freund sie scherzhaft bezeichnet: “Der zeitweise bewohnbare Komposthaufen”. Damit sollten Grundlagen für Gebäude geschaffen werden, die mit möglichst vielen naturbelassenen Materialien erstellt werden können. Idealerweise sind das Passiv- und Plusenergiehäuser mit Holzpfahl-Gründung, Decken, Wänden und Dach aus leimfreien gedübelten Holzkonstruktionen, einer Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen sowie Innenwände aus Lehm. Da solche Gebäude nicht erhältlich waren, haben meine Frau Petra und ich eine Firma gegründet, die solche Gebäude erstellt. Dafür haben wir einige Preise erhalten (Umweltpreis von Weleda, Umweltpreis vom BUND, Preis für Nachwachsende Rohstoffe von der Landwirtschaftskammer NRW).

Was ist mein Erfolgsrezept?

Es ist wichtig, dass ich innerlich überzeugt bin von dem, was ich mache. “Innen und Außen”, so würde meine nächste Firma heißen. Das, was innen ist, nach außen bringen – das Äußere dadurch gestalten und dies natürlich im Austausch mit Gleichgesinnten und auch konventionellen Menschen. Nur im Austausch, durch Öffnung und Kontakte schaffen wir Veränderungen, in der Ausgrenzung dagegen das Gegenteil hiervon.
Auch wenn bereits viel erreicht wurde, gibt es in der Baubiologie noch immer viele Aufgaben und Ziele, wie z.B. die Integration baubiologischen Wissens in etablierte Institutionen, eine bessere Schulung aller am Bau beteiligten Ingenieure, Techniker und Handwerker, einer besseren Information und Beratung von Baufamilien, der Entwicklung nachhaltiger und giftfreier Produkte oder in der Qualitätssicherung durch fachlich fundierte Fortbildungen/Schulungen.

Dies alles erfordert einen hohen persönlichen Einsatz. Eine wichtige persönliche Aufgabe ist mir eine auf breiter Basis stehende Entwicklung von Alternativen, die den heutigen Ansprüchen des modernen Lebens gewachsen sind und gleichzeitig sicherstellen, dass unser “Organismus Erde” noch im Gleichgewicht bleibt bzw. dorthin zurück finden kann.

So denke ich, dass wir alle, trotz vieler Schwierigkeiten und Rückschläge, das Anliegen des gesunden Bauens und Wohnens weiter voranbringen und es davor bewahren, nur ein kurzlebiger Trend zu sein. Wenn Baubiologie zur Grundlage im Bauen und Wohnen wird, haben wir einen wesentlichen Anteil daran erbracht, das globale Gleichgewicht zu stabilisieren.
Dieses Ziel ist der Mühe wert!

Drei Dinge sind an einem Gebäude zu beachten: dass es am rechten Fleck stehe, dass es wohl gegründet ist, dass es vollkommen ausgeführt sei. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Autor: Dr. Dipl.-Ing. Hans Löfflad, Ingenieurbüro für Bauökologie, 16348 Wandlitz, www.ifb-loefflad.de

Durch baubiologische Weiterbildung entstehen neue Betätigungsfelder und eine bessere Existenzsicherung für viele Fachbereiche, besonders im Bau- und Heilwesen. Baubiologisches Bauen und Sanieren dient vor allem der Gesundheitsvorsorge und einer energiesparenden und nachhaltig ausgerichteten Bausubstanz und ist deshalb immer eine sehr rentable Investition. Deshalb ist nicht nur Baufachleuten oder Medizinern, sondern auch Bauherren, Vermietern und Wohnungsinhabern eine fundierte baubiologische Weiterbildung besonders zu empfehlen.

In der Regel werden unsere Weiterbildungen von den Architektenkammern anerkannt. Sprechen Sie uns an!

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Das IBN bietet Dienstleistungen und Informationen rund um das gesunde und nachhaltige Bauen und Wohnen an. Schwerpunkt ist seit 1977 die Weiterbildung und Qualifikation von Baubiologen IBN auf Basis der „25 Leitlinien der Baubiologie“ und dem „Standard der Baubiologischen Messtechnik SBM.“

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